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Mo 08.03.2010

Forschungsprojekte

Die ADS vergibt, im Rahmen ihrer Forschungsreihe "Forschungslücken schließen" eine Expertise zum Thema "Benachteiligung von TransPersonen insbesondere im Arbeitsleben". Die Expertise hat einen sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt, der durch rechtswissenschaftliche Forschungsfragen ergänzt werden soll.

Der sozialwissenschaftliche Teil soll einen Überblick über Forschungserkenntnisse zum Thema Diskriminierung und Benachteiligung von TransPersonen insbesondere im Arbeitsleben in Deutschland geben sowie bestehende Forschungslücken z.B. auch im Bildungs-, Gesundheits- oder Versicherungswesen identifizieren. Im Rahmen der Expertise soll ein empirisches Forschungsprojekt insbesondere zum Thema Trans* und Arbeitsmarkt konzipiert werden, um die zuvor analysierten Fragestellungen zu untersuchen. Anschließend sollen zielgruppenspezifische Handlungsvorschläge zur Vermeidung und Beseitigung von entsprechenden Diskriminierungen erarbeitet werden.

Aktuell arbeitet die ADS an drei großen Forschungsprojekten:

Expertisenreihe "Forschungslücken schließen"

Im Rahmen einer Forschungsreihe werden bis zu 15 Rechtsexpertisen, Gutachten oder Forschungsprojekte zu rechtlichen und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen im Themenbereich Antidiskriminierung und Gleichstellung vergeben. 

Dazu zählen spezielle Rechtsfragen zum Beispiel im Zusammenhang mit Altersdiskriminierung und Grundsatzthemen wie mittelbare Diskriminierung, positive Maßnahmen, Mehrfach- und intersektionelle Diskriminierung oder strukturelle Diskriminierung. Weiterhin werden Gutachten zu Testing-Verfahren im Rahmen der Beweislast, Organisationspflichten des Arbeitgebers nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und zu Fragen im Zusammenhang mit der Einrichtung von Beschwerdestellen nach dem AGG erstellt.

Es ist geplant die Ergebnisse auf einer Fachveranstaltung vorzustellen und zu diskutieren.

Im Rahmen der Forschungsreihe unterstützt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes u. a. gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB-Stiftung) eine quantitative Untersuchung zu Diskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und transidenten Menschen die von der Lesbenberatungsstelle Berlin durchgeführt wird. Ein besonderer Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Untersuchung merkmalsübergreifender Diskriminierungen bzw. von Mehrfachdiskriminierungen.

Forschungsprojekt „Diskriminierungsfreie Hochschule"

Das Ziel des Projekts "Diskriminierungsfreie Hochschule" ist die Entwicklung von Indikatoren, anhand derer sich diskriminierende Strukturen innerhalb einer Hochschule ermitteln lassen. Gleichzeitig sollen Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, um Diskriminierungsfreiheit an Hochschulen zu verwirklichen. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt beginnt im Januar 2010 und wird von der Prognos AG durchgeführt. Die Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts werden regelmäßig auf der Homepage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes veröffentlicht.

Datenlage zu Diskriminierungsfällen

In Deutschland werden Daten zu Umfang, Formen und Bereichen von Diskriminierungen bisher nicht einheitlich erfasst. Zu Forschungszwecken sowie zum Nachweis von Diskriminierungen fordern daher Akteurinnen und Akteure einheitliche Standards zur Datenerhebung. Gleichzeitig bestehen erhebliche Bedenken im Hinblick auf Datenschutzinteressen und Kategorienbildungen, mit denen Diskriminierungen oder Betroffene erfasst werden.

Am 26.11.2009 hat die ADS  in Berlin zunächst ein Fachgespräch mit dem Titel "Standardisierte Datenerhebung zum Nachweis von Diskriminierung - Bestandsaufnahme und Ausblick" veranstaltet.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von städtischen und freien Antidiskriminierungs­büros, Betroffenenorganisationen, staatlichen Institutionen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wurden Fragen der standardisierten Datenerhebung intensiv diskutiert. Die Dokumentation wird in Kürze auf der Internetseite der ADS abrufbar sein.

Die Ergebnisse dieses Fachgespräches fließen nun in eine Machbarkeitsstudie ein. Diese soll einerseits den Status Quo der Datenerhebung im Zusammenhang mit Diskriminierung analysieren und andererseits praktische Lösungsansätze im Hinblick auf Zweck, Mittel, Nutzen und Risiken einer standardisierten Erfassung von Daten zu Diskriminierungs­fällen liefern. Die Machbarkeitsstudie wird vom europäischen forum für migrationsstudien (efms) durchgeführt. Projektverantwortlich ist Herr Mario Peucker. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.efms.uni-bamberg.de/prddatcd.htm

Das efms wird mit den datenerhebenden Stellen und Institutionen zusammenarbeiten, um praxisnahe Ergebnisse zu erzielen. Die Machbarkeitsstudie wird voraussichtlich im Herbst 2010 vorgestellt werden.