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Mo 14.06.2010
Forschungsprojekte
Aktuell arbeitet die ADS an drei großen Forschungsprojekten:
Expertisenreihe "Forschungslücken schließen"
Im Rahmen der Forschungsreihe werden bis zu 15 Rechtsexpertisen, Gutachten oder Forschungsprojekte zu rechtlichen und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen im Themenbereich Antidiskriminierung und Gleichstellung vergeben. Dazu zählen spezielle Rechtsfragen zum Beispiel im Zusammenhang mit Altersdiskriminierung und Grundsatzthemen wie mittelbare Diskriminierung, positive Maßnahmen, Mehrfach- und intersektionelle Diskriminierung oder strukturelle Diskriminierung. Weiterhin werden Gutachten zu Testing-Verfahren im Rahmen der Beweislast, Organisationspflichten des Arbeitgebers nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und zu Fragen im Zusammenhang mit der Einrichtung von Beschwerdestellen nach dem AGG erstellt.
Die Expertisen werden zum Download auf die Webseite der ADS gestellt. Einen Überblick über alle Publikationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.antidiskriminierungsstelle.de/ADS/Service/downloads.html
Es ist geplant, die Ergebnisse aller Expertisen auf einer Fachveranstaltung am 16. September 2010 in Berlin zu diskutieren.
Im Rahmen der Forschungsreihe unterstützt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes u. a. gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB-Stiftung) eine quantitative Untersuchung zu Diskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und transidenten Menschen die von der Lesbenberatungsstelle Berlin durchgeführt wird. Ein besonderer Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Untersuchung merkmalsübergreifender Diskriminierungen bzw. von Mehrfachdiskriminierungen.
Forschungsprojekt „Diskriminierungsfreie Hochschule"
Das Ziel des Projekts "Diskriminierungsfreie Hochschule" ist die Entwicklung von Indikatoren, anhand derer sich diskriminierende Strukturen innerhalb einer Hochschule ermitteln lassen. Gleichzeitig sollen Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, um Diskriminierungsfreiheit an Hochschulen zu verwirklichen. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt beginnt im Januar 2010 und wird von der Prognos AG durchgeführt. Die Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts werden regelmäßig auf der Homepage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes veröffentlicht.
Datenlage zu Diskriminierungsfällen
In Deutschland werden Daten zu Umfang, Formen und Bereichen von Diskriminierungen bisher nicht einheitlich erfasst. Zu Forschungszwecken sowie zum Nachweis von Diskriminierungen fordern daher Akteurinnen und Akteure einheitliche Standards zur Datenerhebung. Gleichzeitig bestehen erhebliche Bedenken im Hinblick auf Datenschutzinteressen und Kategorienbildungen, mit denen Diskriminierungen oder Betroffene erfasst werden.
Am 26.11.2009 hat die ADS in Berlin zunächst ein Fachgespräch mit dem Titel "Standardisierte Datenerhebung zum Nachweis von Diskriminierung - Bestandsaufnahme und Ausblick" veranstaltet. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von städtischen und freien Antidiskriminierungsbüros, Betroffenenorganisationen, staatlichen Institutionen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wurden Fragen der standardisierten Datenerhebung intensiv diskutiert. Die Dokumentation können Sie unter folgendem Link abrufen: http://www.antidiskriminierungsstelle.de/ADS/Service/downloads,did=134172.html
Die Ergebnisse dieses Fachgespräches fließen nun in eine Machbarkeitsstudie ein. Diese soll einerseits den Status Quo der Datenerhebung im Zusammenhang mit Diskriminierung analysieren und andererseits praktische Lösungsansätze im Hinblick auf Zweck, Mittel, Nutzen und Risiken einer standardisierten Erfassung von Daten zu Diskriminierungsfällen liefern. Die Machbarkeitsstudie wird vom europäischen forum für migrationsstudien (efms) durchgeführt. Projektverantwortlich ist Herr Mario Peucker. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.efms.uni-bamberg.de/prddatcd.htm
Das efms wird mit den datenerhebenden Stellen und Institutionen zusammenarbeiten, um praxisnahe Ergebnisse zu erzielen. Die Machbarkeitsstudie wird voraussichtlich im Herbst 2010 vorgestellt werden.