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PressemitteilungFr 05.03.2010

Lüders zum Frauentag: Diskriminierung von Frauen endlich beenden

Ausgrenzung bedeute immer auch einen Verzicht auf Talente

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Christine Lüders, fordert zum Internationalen Frauentag am 8. März ein konsequenteres Vorgehen gegen Diskriminierung von Frauen. "Solange Frauen in unserer Gesellschaft offen oder versteckt benachteiligt werden, sind wir von unserem Ziel einer diskriminierungsfreien Gesellschaft noch weit entfernt", betonte Lüders am Freitag in Berlin. "Dass Frauen in Spitzengremien und Spitzenpositionen in der Wirtschaft, aber auch in der Verwaltung, an beinahe einer Hand abzuzählen sind, können wir auf Dauer nicht hinnehmen". Ausgrenzung bedeute immer auch einen Verzicht auf Talente, fügte die neue Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hinzu.

Lüders unterstrich: "Frauen leiden nicht nur unter den geschlechtsspezifischen Benachteiligungen. Sie sind oft dem Risiko der Mehrfachdiskriminierung ausgesetzt, zum Beispiel wegen einer Behinderung, des Alters, der sexuellen Identität oder eines Migrationshintergrundes. Wir beraten immer wieder Frauen, die beispielsweise in Vorstellungsgesprächen wegen ihres ausländisch klingenden Namens nach ihrer Herkunft und Religion gefragt und dann nicht eingestellt werden. Typisch sind auch Fälle, in denen Frauen keine Gehaltserhöhung erhalten. Meist ist der unausgesprochene Grund, dass sie Teilzeit arbeiten oder auch bei Vollzeit pünktlich ihre Familienpflichten wahrnehmen wollen und müssen. Hier müssen wir die Frauen in der Beratung verstärkt über ihre Rechte aufklären. Außerdem nehmen wir uns gerade dieser Diskriminierungsmuster in der Forschung an. Wir haben hierzu Forschungsaufträge vergeben, deren Ergebnisse im Herbst vorgestellt werden", kündigte Lüders an.

Auch wendeten sich oft Frauen an die ADS, weil zum Beispiel ihr befristetes Arbeitsverhältnis wegen einer Schwangerschaft nicht verlängert werden soll. "Zwar hat sich seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes vor dreieinhalb Jahren schon viel im gesellschaftlichen Bewusstsein verändert – aber offenkundig noch nicht genug. Hier müssen wir weiter Aufklärungsarbeit leisten", unterstrich Lüders.

Die neue Leiterin der ADS hatte ihr Amt am 8. Februar 2010 angetreten. Die Antidiskriminierungsstelle war mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 errichtet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierungen wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Nähere Informationen unter www.antidiskriminierungsstelle.de .