Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Häufig gestellte Fragen zum Thema Altersdiskriminierung

1. Was ist Altersdiskriminierung?

Eine Person wird diskriminiert, wenn sie wegen ihres Alters nachteilig behandelt wird, ohne dass es einen sachlichen Grund dafür gibt. So schließt zum Beispiel eine Stellenausschreibung mit der Formulierung "Mitarbeiter/in zwischen 25 - 45 Jahre für Teamleitung gesucht" ältere Arbeitsuchende von vorne herein aus.

2. Woran erkenne ich eine Altersdiskriminierung?

Grundsätzlich kann sich Altersdiskriminierung unterschiedlich zeigen, etwa als beleidigender Kommentar oder in Form altersbegrenzender Regeln, Vorschriften oder Kriterien. Zum Beispiel, wenn Beförderungen und Fortbildungen erst ab oder nur bis zu einem bestimmten Alter vergeben werden.

3. Sind nur Ältere betroffen?

Jüngere können ebenso von Altersdiskriminierung betroffen sein wie Ältere. Jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Berufserfahrung erhalten zuweilen weniger Gehalt oder Urlaubstage als ältere Beschäftigte mit gleicher Qualifikation, werden unterschätzt oder bei Beförderungen nicht berücksichtigt, weil "ihre Zeit noch kommt".

4. Kommt es häufig zu Diskriminierungen wegen des Alters?

Jeder fünfte Mensch in Deutschland hat bereits Situationen erlebt, in denen er wegen seines Alters benachteiligt wurde. Auffallend ist: Viele halten sie für normal. Das liegt auch daran, dass Ungleichbehandlungen wegen des Alters allzu oft hingenommen werden.

5. Was sagt das Gesetz?

Altersdiskriminierung ist in Deutschland verboten. Festgeschrieben ist das im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Neben Diskriminierung aufgrund des Alters werden hier auch Diskriminierungen wegen der ethnischen Herkunft, Religion und Weltanschauung, sexuellen Identität, dem Geschlecht oder einer Behinderung untersagt. Häufig gründen Benachteiligungen ohnehin auf einer Kombination aus Merkmalen, zum Beispiel, wenn jüngere Frauen in Bewerbungen wegen einer möglichen Schwangerschaft benachteiligt werden.

6. Wann schützt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz?

Das AGG gilt in Beschäftigung und Beruf und auch bei Geschäften des täglichen Lebens wie dem Einkauf und dem Abschluss von privatrechtlichen Versicherungen.

7. Kann ich mich gegen Altersdiskriminierung wehren?

Bei Verstößen gegen das AGG haben Sie Anspruch auf Entschädigung und Schadensersatz.

8. Was muss ich beachten, wenn ich mich wehren möchte?

Das AGG nennt leider sehr kurze Fristen. Sie müssen daher der Person, gegen die sich Ihr Vorwurf richtet, innerhalb von zwei Monaten nach der Diskriminierung schriftlich mitteilen, welche Forderungen Sie haben.

9. Wer hilft mir im Fall einer Diskriminierung?

Viele Menschen wissen nicht, wie sie darauf angemessen reagieren sollen oder wohin sie sich wenden können, wenn sie wegen ihres Alters benachteiligt wurden. Als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner stehen Ihnen am Arbeitsplatz die betriebliche Beschwerdestelle und der Betriebs- oder Personalrat zur Verfügung. Oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir helfen gern! Unsere Beraterinnen und Berater geben Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung und informieren Sie über Ihre Rechte und Ansprüche.