Antidiskriminierungsstelle des Bundes

25.09.2012 Forschung zum Themenjahr 2013 "Selbstbestimmt dabei. Immer."

Im laufenden Jahr setzt die ADS die Reihe der Themenjahre fort mit Schwerpunkt auf dem Diskriminierungsgrund Behinderung. Um dieses Themenjahr wissenschaftlich fundiert zu begleiten und die Forschungslage zur Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, hat die Antidiskriminierungsstelle drei Forschungsvorhaben vergeben. Die Ergebnisse werden im Verlauf des Jahres präsentiert.

1. "Benachteiligung von Menschen mit chronischen Krankheiten"

Die Studie soll einen Überblick darüber geben, inwieweit Menschen mit chronischen Krankheiten im Arbeits- und Zivilrecht geschützt sind. Es gibt keine einheitliche Rechtsanwendungspraxis, in welchen Fällen eine chronische Krankheit im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und des § IX Sozialgesetzbuch anzuerkennen ist. Aus unserer Beratungsarbeit wissen wir, dass sich Menschen im Arbeitsleben und bei Alltagsgeschäften häufig diskriminiert fühlen.

Die Expertise finden Sie hier.

2. "Zugang und Verbleib von Menschen mit Behinderungen zum / auf dem ersten Arbeitsmarkt"

Während die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland in den letzten Jahren beständig gesunken ist, steigt der Anteil der Menschen mit Schwerbehinderungen, die keine Beschäftigung haben, an. Trotz rechtlicher Regelungen und Förderangeboten scheint es Gründe zu geben, die private Unternehmen davon abhalten, Menschen mit Schwerbehinderungen einzustellen oder die diese davon abhält, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bewerben. Mit Befragungen unter Unternehmen und Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung sollen die sozialpsychologischen Ursachen analysiert und best-practice-Beispiele herausgearbeitet werden.

Zur Studie gelangen Sie hier.

3. "Menschen mit Behinderungen als Kund_innen und Vertragspartner_innen"

Die ADS untersucht mit der Expertise die Frage, bei welchen Geschäften des Alltags Menschen mit Behinderungen diskriminiert werden und welche Formen der Benachteiligung dabei vorkommen. Für die Studie wurden Experteninterviews durchgeführt sowie 280 dokumentierte Beratungsfälle der Jahre 2006 bis 2011 ausgewertet, die von Beratungs- und Anlaufstellen zur Verfügung gestellt wurden. Darüber hinaus enthält die Untersuchung eine Analyse der vorhandenen Forschungsliteratur.

Die Expertise können Sie hier herunterladen.