Antidiskriminierungsstelle des Bundes

15.12.2016 Untersuchung: Diskriminierungsrisiken für Geflüchtete in Deutschland

Eine Wohnung finden, auf Jobsuche gehen oder eine Diskothek besuchen: Das alles ist zentral, damit die gesellschaftliche Teilhabe insbesondere von Menschen, die neu in Deutschland sind, gewährleistet werden kann. Geflüchtete und Neuzugewanderte können dabei aber auch Diskriminierung ausgesetzt sein.

Um einen Überblick über die Diskriminierungsrisiken für Geflüchtete in Deutschland zu bekommen, hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zum einen Beschäftigte und Ehrenamtliche in Migrations- und Flüchtlingsberatungen, Jugendmigrationsdiensten und weiteren Organisationen der Flüchtlingshilfe befragt. Insgesamt haben sich mehr als 250 Organisationen beteiligt. Daneben wurden 20 qualitative Interviews mit Geflüchteten geführt, um individuelle Diskriminierungserfahrungen miteinzubeziehen. Befragt wurden Personen mit Bleibeperspektive, die bereits mindestens vier Monate und maximal vier Jahre in Deutschland leben. Die Befragungen geben Hinweise darauf, wo Diskriminierungsrisiken vorhanden sind und welche Unterstützung Geflüchtete und Initiativen benötigen.

Knapp neun von zehn der befragten Stellen (88 Prozent) gaben an, dass Geflüchtete im Gespräch von Diskriminierungserfahrungen berichten. 85 Prozent der Beschäftigten und Ehrenamtlichen erleben darüber hinaus bei ihrer Arbeit selbst, dass geflüchtete Menschen diskriminiert werden. Die Benachteiligungen finden überwiegend aufgrund der ethnischen Herkunft bzw. aus rassistischen Gründen, aber auch aufgrund der Religion und des Geschlechts statt. Die Erfahrungen reichen dabei von Mobbing über die Verwehrung von Leistungen bis hin zu verbalen und körperlichen Anfeindungen: So haben drei Viertel der Stellen die Erfahrung gemacht, dass Schutzsuchenden eine Leistung verwehrt oder der Abschluss eines Vertrags verweigert wurde, etwa bei der Eröffnung eines Bankkontos oder beim Einlass in Diskotheken. Etwa die Hälfte der Einrichtungen berichtet von Situationen, in denen Geflüchtete beleidigt oder beschimpft wurden, ein Viertel weiß von gewalttätigen Übergriffen.

Die ausführlichen Ergebnisse der Untersuchung finden Sie hier.