Antidiskriminierungsstelle des Bundes

25.09.2012 Forschungsvorhaben zum Themenjahr 2014 "Gleiche Chancen. Immer."

Die ADS setzt im laufenden Jahr einen Schwerpunkt auf den Diskriminierungsgrund ethnische Herkunft/Rassismus. Um dieses Themenjahr wissenschaftlich fundiert zu begleiten und die Forschungslage zu verbessern, hat die Antidiskriminierungsstelle zwei Forschungsvorhaben vergeben. Die Ergebnisse werden im Verlauf des Jahres präsentiert.

1. „Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma“

Die sehr heterogene Gruppe der Sinti und Roma ist als größte europäische Minderheit nach wie vor von Ausgrenzung, Diskriminierung und rassistisch motivierter Gewalt betroffen. Bisher gibt es keine Studie, die belastbare Daten zur Einstellung der Bevölkerung gegenüber den in Deutschland lebenden Sinti und Roma liefert. Ziel der Studie soll es daher sein, repräsentative und belastbare Daten zum Vorurteils- und Wissensbestand zu Sinti und Roma in der deutschen Bevölkerung zu ermitteln. Für die Studie wurde eine repräsentative Befragung durchgeführt, bei der 2001 Personen im Alter ab 18 Jahren im Zeitraum vom 13. Mai bis 17. Juni 2013 vom Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt wurden. Darüber hinaus wurden 18 qualitative Interviews mit 20 Befragten im Zeitraum August bis Oktober 2013 geführt. Durchgeführt haben die Studie das Zentrum für Antisemitismusforschung (Projektleiter: Prof. Dr. Werner Bergmann) und das Institut für Vorurteils- und Konfliktforschung (Projektleiter: Prof. Dr. Wolfgang Benz). Die Studie finden Sie hier.

 

2. "Rassistische Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt"

Seit ihrer Gründung im Jahre 2006 hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes über 260 Beratungsanfragen aufgrund von möglicher oder tatsächlicher Benachteiligung auf dem Wohnungsmarkt erhalten. Die Praxis zeigt, dass dies nicht nur, aber insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund gilt.

Vor diesem Hintergrund hat sich die ADS in fachlicher Kooperation mit dem Planerladen und der Landesantidiskriminierungsstelle Berlin dazu entschlossen, eine wissenschaftliche Testing-Studie auf dem Wohnungsmarkt durchführen zu lassen. Ein wissenschaftliches face-to-face Testing in Deutschland dient zum einen dazu, Akteurinnen und Akteure des Wissenschaftsbetriebes zu Testing-Studien zu ermuntern und ihnen durch erste Erfahrungswerte auch konkrete Hinweise und Anleitungen für die Durchführung solcher Studien zu liefern. Zum anderen hat sie eine große gesellschaftspolitische Relevanz, indem sie eine fundierte Wissensbasis zum Thema Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt für Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft darstellt. Den Leitfaden für Mieterinnen und Mieter und Beratungsstellen "Fair mieten - fair wohnen" finden Sie hier.