Antidiskriminierungsstelle des Bundes

01.06.2015 Themenjahr 2014 gegen Rassismus

Rassismus kann viele Formen annehmen: Ob im Alltag oder im Beruf, in der Sprache oder auf Ämtern und Behörden, um nur einige Bereiche zu nennen. Wir wollen, dass er in der gesamten Gesellschaft ernst genommen und bekämpft wird. Deshalb haben wir im Jahr 2014 das Themenjahr gegen Rassismus und Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft veranstaltet.

Gruppenbild mit Menschen verschiedener Herkunft zum Thema ethnische Herkunft

Unser Themenjahr hat mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen dazu beitragen, hier voranzukommen: Unter anderem haben wir am 18. September einen bundesweiten Aktionstag veranstaltet, an dem sich Projekte und Organisationen aus ganz Deutschland beteiligt haben. Unser Jugendwettbewerb "Rassismus nicht mit mir" war ein voller Erfolg. Vier Preise konnten wir vergeben und Rapper Chima performte für die anwesenden Jugendlichen zwei Songs. Im November haben wir zum zweiten Mal den "Preis für das Engagement gegen Diskriminierung" verliehen. Ausgezeichnet wurde die Berliner Opferberatungsstelle ReachOut.

Prominente Botschafterinnen und Botschafter wie der Fußballer Jérôme Boateng, die Fernsehmoderatorin Nazan Eckes und die Bloggerin Kübra Gümüşay haben uns während des gesamten Themenjahres dabei unterstützt, Öffentlichkeit für das Thema Rassismus herzustellen. Jérôme Boateng hat sich zu Beginn des Themenjahres mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Sehen Sie hier, warum er sich als Botschafter im Themenjahr gegen Rassismus engagiert. In "ADS-Salons" haben wir aktuelle Themen wie Alltagsrassismus und Hate Speech ("Hass-Sprache") beleuchtet.

Im September 2014 haben wir die bislang umfassendste bundesweite Studie zu Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma vorgestellt. Rund ein Drittel der 25- bis 34-jährigen Befragten gaben an, nichts über den Holocaust an Sinti und Roma zu wissen. Wenn es um ein gutes Zusammenleben geht, dominieren Begriffe wie die Bekämpfung des Leistungsmissbrauchs, Kriminalität und bei der Hälfte der Befragten der Wunsch nach Einreisebeschränkungen.

Daneben wird im Frühjar 2015 die bundesweite Testing-Studie zu Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt vorgestellt. Hier gibt es besonders viele Benachteiligungen von Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ergab, dass mehr als zwei Drittel der Befragten davon ausgehen, dass Migrantinnen und Migranten bei der Suche nach Wohnungen diskriminiert werden.