Antidiskriminierungsstelle des Bundes

16.06.2017 fair@ school - Schulen gegen Diskriminierung

Antidiskriminierungsstelle und Cornelsen Verlag zeichnen Projekte aus ganz Deutschland aus

Die fairsten Schulen Deutschlands wurden im Rahmen des Wettbewerbs "fair@ school – Schulen gegen Diskriminierung" ausgezeichnet. In einer Feierstunde am 13. Juni 2017 in Berlin wurden die Preise an die drei besten Projekte übergeben. Mit dem Wettbewerb haben die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Cornelsen Verlag vorbildhafte Schulprojekte geehrt, die sich gegen Diskriminierung und für Vielfalt im Schulalltag einsetzen.

Gruppenfoto von der Preisverleihung des Schulwettbewerbs Fair@SchoolGruppenfoto von der Preisverleihung Quelle: Kathrin Harms Fair@School

Der erste Preis in Höhe von 3.000 Euro ging an die Berliner Kurt-Schwitters-Gesamtschule mit ihrem „Respekt-Club“. Der seit dem Jahr 2000 bestehende Club setzt sich für eine Wertschätzung und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein. Mit verschiedenen kreativen Projekten und Aktionen laden die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte des Clubs dazu ein, sich mit der Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen zu befassen. Das Thema der sexuellen Vielfalt wird mittlerweile auch regelmäßig im Unterricht zum Thema; der Club ist fester Bestandteil des Schulalltags.

Den zweiten Preis in Höhe von 2.000 Euro erhielt die saarländische Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle in Nonnweiler-Primstal. Die AG „Multimediale und inklusive Erinnerungsarbeit: Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden“ hat nicht nur eine Ausstellung zu jüdischem Leben in der Gemeinde entwickelt, sondern das Projekt gemeinsam mit blinden Schülerinnen und Schülern aus einer benachbarten Schule erarbeitet, um es barrierearm zu machen.

Der dritte Preis in Höhe von 1.000 Euro ging an das Projekt „Laut:::stark“ der hessischen Schule am Goldberg in Heusenstamm. In einer jährlichen Woche zum Thema sowie in Schulpausen trainieren die Kinder und Jugendlichen der Förderschule, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden, selbstbewusst aufzutreten und sich im Notfall zur Wehr zu setzen. Dabei wird genau auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Diskriminierungserfahrungen der Schülerinnen und Schüler eingegangen und auch das Miteinander gefördert.

Die eingereichten Schulprojekte des Wettbewerbs fair@school wurden vom Zentrum für Bildungsintegration der Stiftung Universität Hildesheim begutachtet. Eine zehnköpfige Jury aus renommierten Sozial- und Bildungswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern entschied über die Preisträger.

Die Preise wurden in einer Feierstunde im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verliehen. Die Moderation übernahm Eric Mayer (pur+, ZDF/Kika), die Musikbegleitung die Kölner Band „Und wieder Oktober“.

Unter den besten Zehn der insgesamt mehr als 50 eingereichten Beiträge waren darüber hinaus die folgenden Projekte:

Gay-Straight-Alliance Initiative der R. W. Fassbinder Fachoberschule, Fachoberschule Gestaltung und Fachoberschule Nord, München (Bayern)

„Andere Geschichte(n) - Other (hi)stories, Willi-Graf-Gymnasium, Berlin

Reset - Neustart, Biographisches Theater mit Geflüchteten“, Gottlieb-Daimler-Schule 2, Berufsschule Sindelfingen (Baden-Württemberg)

„Deine Schuhe gegen AusGrenzung“ , Don-Bosco- Schule, Lippstadt (Nordrhein-Westfalen)

„Gemeinsam gegen den Strom“, KWA Bildungszentrum Pfarrkirchen (Bayern)

„Religionen - to go. Weltreligionen, ihre Werte und Ansichten“, Konrad-Wachsmann-Oberschule, Integrierte Sekundarschule, Berlin-Hellersdorf

Das „Theaterprojekt o_die_see“ vom Osterland-Gymnasium aus Gera, Thüringen, hat die Bewerbung aus personellen Gründen leider zurückgezogen

Mehr Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter www.fair-at-school.de.

Lehrkräfte finden umfangreiche Bildungsmaterialien zum Thema Antidiskriminierung auf der Praxis-Helfer-Seite unseres Kooperationspartners Cornelsen.