Antidiskriminierungsstelle des Bundes

12.11.2010 Bundesweite Offensive für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft

Wer in Beruf und Alltag in diskriminierender Weise beleidigt, beschimpft, übergangen oder unfair behandelt wird, muss oftmals mit diesen frustrierenden Erfahrungen alleine fertig werden. Viele wissen nicht, dass sie das Recht haben, vor Diskriminierung geschützt zu werden. Oder sie haben keine Information darüber, wo sie Unterstützung finden, wenn sie diskriminiert wurden. Deshalb ist es wichtig, Menschen leicht zugängliche Hilfe anzubieten. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes möchte sicherstellen, dass alle Menschen die Beratung und Unterstützung bekommen, die sie brauchen – und das in der gesamten Bundesrepublik. Deshalb hat Christine Lüders am 21. Februar 2011 den Startschuss für die bundesweite Offensive für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft gegeben.

Lücken in der Beratungslandschaft schließen - Netzwerke gegen Diskriminierung

Bislang ist die Unterstützung von Menschen, die diskriminiert wurden, in Deutschland nicht zufriedenstellend. In einigen Regionen sind wenige oder gar keine Anlaufstellen vorhanden – das bestätigt ein Blick auf unsere Umkreissuche für Beratungsstellen. Der Großteil der Beratungsstellen ist zudem nur für eine Zielgruppe zuständig, also beispielsweise nur für Frauen oder nur für Menschen mit Behinderung. Mit unserer Offensive fördern wir die Gründung von lokalen Netzwerken gegen Diskriminierung, die im Idealfall zu allen Diskriminierungsgründen beraten können. Mit dem Förderprogramm unterstützen wir bereits bestehende Netzwerke und bieten Qualifizierungsangebote für Beratungsstellen an. Hier erfahren Sie mehr zu den Netzwerken gegen Diskriminierung.

Bund, Länder und Kommunen – Koalition gegen Diskriminierung

Diskriminierung entgegenzutreten ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Eine wirksame Unterstützung von Betroffenen ist nur mit einem starken Engagement der Länder und Kommunen denkbar. Die ADS ruft daher eine „Koalition gegen Diskriminierung“ ins Leben mit dem Ziel, Ansprechpartner in Ländern und Kommunen zu gewinnen, um mit ihnen gemeinsam Strategien gegen Diskriminierung zu entwickeln. Als erstes Land ist Berlin der "Koalition gegen Diskriminierung" beigetreten und hat am 21. Februar 2011 eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben. Hier erfahren Sie mehr über die "Koalition gegen Diskriminierung".

Mit gutem Beispiel vorangehen - Diversity und Antidiskriminierungsarbeit in der öffentlichen Verwaltung

Diskriminierung kann man nicht per Dekret abschaffen. Besonders die staatlichen Einrichtungen sollten mit gutem Beispiel vorangehen und Begriffe wie "interkulturelle Öffnung" oder "Vielfalt" mit Leben füllen. Benachteiligungen in der Verwaltung und im Öffentlichen Dienst müssen erkannt und Instrumente entwickelt werden, um Diskriminierung zu vermeiden und Vielfalt zu nutzen. In Zusammenarbeit mit der "Arbeitsstelle Vielfalt" in der Justizbehörde Hamburg und der "Landesstelle für Chancengleichheit – Brandenburg" haben wir deshalb das Projekt "Chancen gleich(-heit) prüfen - Diversity Mainstreaming in der Verwaltung" initiiert und unterstützen Länder und Kommunen bei ihrer Arbeit gegen Diskriminierung. Mehr zu diesem Projekt erfahren Sie hier.

Impressionen

von der Pressekonferenz am 21. Februar 2011

Pressekonferenz Offensive diskriminierungsfreie Gesellschaft

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Pressekonferenz Offensive diskriminierungsfreie Gesellschaft Pressekonferenz Offensive diskriminierungsfreie Gesellschaft Quelle:  Thomas Lobenwein