Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Umfrage: Knapp jede dritte Person hat Diskriminierung erlebt

Umfrage

Fast jeder dritte Mensch in Deutschland hat in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung erlebt. Das ist ein zentrales Ergebnis der umfassenden Erhebung "Diskriminierung in Deutschland", die die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt hat. Vergleichsweise häufig wird demnach Benachteiligung aufgrund des Alters (14,8 Prozent) erlebt, gefolgt von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (9,2 Prozent). Besonders häufig sind Benachteiligungen im Job verbreitet: Fast die Hälfte der Befragten (48,9 Prozent), die Diskriminierung erlebt haben, berichten von Benachteiligung im Arbeitsleben.

Betroffene nehmen Diskriminierung mehrheitlich nicht hin

Etwa sechs von zehn Betroffenen (59,6 Prozent) geben an, in Folge einer Diskriminierung etwas unternommen zu haben. Unter anderem haben die Betroffenen versucht, öffentlich auf die Diskriminierung aufmerksam zu machen (27,4 Prozent) oder Beratung eingeholt (13,6 Prozent). Bei einer offiziellen Stelle haben sich 17,1 Prozent beschwert, 6,2 Prozent haben Klage eingereicht.

Diskriminierungen haben Auswirkungen für die Betroffenen

Bisher ist nur wenig darüber bekannt, welche Auswirkungen Diskriminierungserfahrungen haben. Wie die Betroffenenbefragung zeigt, führen viele Benachteiligungserlebnisse zu seelischen Belastungen und Misstrauen, aber auch zu mehr Aufmerksamkeit gegenüber Diskriminierungen insgesamt.

Die erhobenen Daten gingen in den Bericht an den Deutschen Bundestag ein, den die Antidiskriminierungsstelle 2017 gemeinsam mit den Beauftragten der Bundesregierung vorgelegt hat. Zentrale Ergebnisse des Berichts finden Sie hier.