Antidiskriminierungsstelle des Bundes

02.05.2017 Gleichbehandlung der Geschlechter im Arbeitsleben

"gb-check"

Im Projekt „Ökonomische Eigenständigkeit von Frauen und Männern fördern – durch Einsatz von Gleichbehandlungs-Checks (gb-check)“ legt die ADS gemeinsam mit dem Harriet Taylor-Mill-Institut der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin einen Fokus auf diskriminierungsfreie Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer. Das Projekt wird durch die EU-Kommission gefördert und läuft bis zum 31. August 2017.

Geschlechtsspezifische Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen haben großen Einfluss auf die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen. Die Praxis zeigt: viele Frauen in Deutschland sind vom Ziel der ökonomischen Unabhängigkeit weit entfernt. Die Gleichbehandlung der Geschlechter im Arbeitsleben kann einen Beitrag dazu leisten, diese ökonomische Unabhängigkeit von Frauen sicher zu stellen.

Um diskriminierende Personalentscheidungen in den Bereichen Stellenausschreibung, Personalauswahl (Einstellung und Aufstieg), Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen (Beschäftigung und Gesundheitsschutz), Betriebliche Weiterbildung, Beurteilungen und Arbeitszeit (insbesondere Teilzeitarbeit) sichtbar zu machen, wurde ein wissenschaftlich gestütztes Analyseinstrument entwickelt, der sogenannte Gleichbehandlungs-Check. Der „gb-check“ ermöglicht es Unternehmen und betrieblichen Akteur_innen, die Gleichbehandlung der Geschlechter im Arbeitsleben zu prüfen und potenzielle Ungleichbehandlungen aufzudecken. Arbeitgeber_innen werden so für das Thema Diskriminierung sensibilisiert. Defizite werden erkannt und  Spielräume für mehr Chancengleichheit können aufgezeigt werden.

Zur Beteiligung verschiedener Interessensgruppen sind im Projekt drei Runde Tische geplant. Der erste Runde Tisch hat Anfang Mai 2016 stattgefunden und richtete sich an Vertreter_innen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sowie Gleichstellungsbeauftragte und Mitglieder von Betriebs- und Personalräten aus interessierten Unternehmen und Institutionen.
Der zweite Runde Tisch hat Mitte Februar 2017 stattgefunden. In diesem Rahmen wurden die Werkzeuge vorgestellt, erste Praxiserfahrungen aus der Pilotphase präsentiert und Rückmeldungen und Änderungsvorschläge von verschiedenen Interessengruppen gesammelt.

Anfang April 2017 werden im Rahmen des dritten Runden Tisches Stellungnahmen verschiedener Interessengruppen zu den Werkzeugen des gb-check diskutiert. Darüber hinaus wird erörtert, wie der gb-check in die Breite getragen werden kann.

Im Anschluss an die Entwicklung des Analyseinstruments haben von Juli 2016 bis Februar 2017 elf Unternehmen den gb-check in einer Pilotphase getestet und so die Gleichbehandlung der Geschlechter im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen in ihrem Unternehmen geprüft. Im Anschluss an die Durchführung der Prüfung werden die Unternehmen von der ADS mit einem Zertifikat für ihre Teilnahme ausgezeichnet.


Teilnehmende Unternehmen und Institutionen der Pilotphase:

- AXA Konzern AG
- Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW
- Deutsche Welle
- Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
- IG BAU
- Internationaler Bund: Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e.V.
- Lidl Stiftung & Co. KG
- Otto Group
- Universitätsmedizin Mainz
- UVEX WINTER Holding GmbH & Co. KG
- Weleda AG

Die Pressemitteilung zum Start der Pilotphase finden Sie hier.

Am 03. Mai 2017 wird der gb-check im Rahmen einer Abschlussveranstaltung der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und auf der Internetseite www.gb-check.de werden alle Analysewerkzeuge interessierten Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt.

In der zweiten Jahreshälfte 2017 wird es erneut die Möglichkeit geben, dass Unternehmen bei der Anwendung des gb-check finanziell von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstützt werden. Ausführliche Informationen finden Sie hier.


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