Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Fragen und Antworten

1. Was ist Diskriminierung?

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) spricht nicht von Diskriminierung sondern von Benachteiligung, da nicht jede unterschiedliche Behandlung, die einen Nachteil zur Folge hat, diskriminierend sein muss. In sehr engen Grenzen sind unterschiedliche Behandlungen in Bezug auf das Berufsleben zulässig, wenn die geforderte Eigenschaft für die Ausübung der Tätigkeit wesentlich und fast unerlässlich ist.

Eine unmittelbare (direkte oder offene) Benachteiligung liegt vor, wenn eine Person eine weniger günstige Behandlung als eine Vergleichsperson erfährt, erfahren hat oder erfahren würde. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Person mit Migrationshintergrund trotz gleicher Qualifikationen nicht zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird, Personen ohne Migrationshintergrund hingegen schon.

Der Diskriminierungsschutz des AGG erstreckt sich auch auf mittelbare (indirekte) Benachteiligungen. Dabei handelt es sich dem Anschein nach um neutrale Regelungen, die Personen wegen eines AGG-Merkmals schlechterstellen.
Beispiel: Eine tarifliche Regelung sieht ohne eine arbeitszeitbezogene Begründung vor, dass Teilzeitbeschäftigte bestimmte Vergünstigungen nicht in Anspruch nehmen dürfen. Sind in einem Betrieb Teilzeitbeschäftigte ganz mehrheitlich Frauen, liegt eine mittelbare geschlechtsbezogene Benachteiligung vor.

Eine Belästigung wegen eines im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz genannten Merkmals ist ebenfalls verboten. Wenn eine unerwünschte Verhaltensweise bewirkt oder bezweckt, die Würde einer anderen Person zu verletzen und infolge der Belästigung ein Umfeld entsteht, das von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnet ist, spricht das Gesetz von einer Belästigung.

Sexuelle Belästigungen sind unerwünschte, sexuell bestimmte Handlungen, die eine Verletzung der Würde bezwecken oder bewirken. Beispiel: Im Beisein ihrer Kollegin machen männliche Angestellte anzügliche Bemerkungen. Darüber hinaus schicken sie ihr E-Mails mit pornografischem Inhalt.

Mobbing ist dann eine Belästigung im Sinne des AGG, wenn es wegen eines im Gesetz genannten Diskriminierungsmerkmals erfolgt. Auch die Anweisung zu einer Benachteiligung ist bereits diskriminierend. Das potenzielle Opfer muss also nicht erst die Benachteiligung abwarten, sondern kann bereits gegen die Anweisung vorgehen.

2. In welchen Bereichen schützt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz?

Das AGG schützt Menschen, die aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters
oder der sexuellen Identität benachteiligt werden. Jeder Mensch hat in jedem Fall ein Geschlecht und ein Alter. Nicht alle Menschen sind aber in gleicher Weise von Benachteiligungen betroffen. Das AGG sieht auch den Schutz von Personen vor, die wegen mehrerer Merkmale diskriminiert worden sind. Eine Mehrfachdiskriminierung liegt beispielsweise vor, wenn eine Frau bei der Job- oder Wohnungssuche abgewiesen wird, weil sie einen Migrationshintergrund hat und behindert ist.
Der Schutz des AGG erstreckt sich im Bereich Beschäftigung und Beruf auf die selbstständige und unselbstständige Erwerbstätigkeit. Außerhalb des Bereichs Beschäftigung und Beruf findet das AGG Anwendung auf Alltagsgeschäfte wie Einkäufe, Gaststätten- oder Diskothekenbesuche, Wohnungssuche sowie Versicherungs- und Bankgeschäfte.

Ob sich der Schutz des AGG auch auf die Benachteiligung erstreckt, die Sie erfahren haben, muss im Gespräch mit unseren Beraterinnen und Beratern geklärt werden. Jeder Fall ist einzigartig und bedarf einer eingehenden Betrachtung.

Bitte wenden Sie sich an uns! Hier finden Sie alle Kontaktmöglichkeiten.

3. Was sind die Aufgaben der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)?

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstützt auf unabhängige Weise Personen, die Benachteiligungen erfahren haben, die rassistisch motiviert waren oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität erfolgt sind. Die Stelle informiert die Öffentlichkeit über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die Tatsache, dass Gleichbehandlung ein Menschenrecht ist. Darüber hinaus forscht die Stelle zum Thema Diskriminierung und vergibt Forschungsvorhaben.

Sämtliche Publikationen der ADS finden Sie hier.

4. Wer kann sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden?

An die Stelle kann sich jeder wenden, der sich diskriminiert fühlt oder Fragen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat.

5. Wie kann ich mich mit der Antidiskriminierungsstelle in Verbindung setzen?

Sie können sich mittels des elektronischen Kontaktformulars an die ADS wenden. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, uns telefonisch, per Brief oder Fax zu kontaktieren. Wenn Sie möchten, können Sie mit unseren Beraterinnen und Beratern auch einen persönlichen Gesprächstermin vereinbaren. Alle Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.

6. Was kann die Antidiskriminierungsstelle für mich tun?

Zunächst wird geprüft, ob Sie nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz benachteiligt worden sind und ob Sie mögliche Ansprüche haben. Die Beraterinnen und Berater können Sie nicht vor Gericht vertreten. Es besteht aber die Möglichkeit, die Stelle als Schlichterin zu nutzen. Im Streitfall kann sich die ADS mit der gegnerischen Seite, also z. B. Ihrem Arbeitgeber oder Vermieter in Verbindung setzen und eine außergerichtliche Einigung initialisieren. Darüber hinaus können wir Ihnen eine Beratungsstelle vor Ort vermitteln.

7. Hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes auch Angebote für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber?

Hier finden Sie einen Leitfaden zur Umsetzung des AGG in Betrieben und zum Umgang mit dem Gesetz sowie Handreichungen, die Sie interessieren könnten.

8. Hat die Antidiskriminierungsstelle Angebote, die barrierefrei sind?

Die Webseite der ADS ist grundsätzlich barrierefrei gestaltet.

Wir bieten einige Inhalte unserer Webseite auch in leichter- und Gebärdensprache an. Darüber hinaus stellen wir Ihnen einige Publikationen in Versionen zur Verfügung, die für eine Vorlese-Software optimiert sind.


Bisher liegen folgende Publikationen als PDF-Dateien in einer für Vorlese-Software optimierten Version vor:

Gesetzestext "Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz"

"AGG-Wegweiser. Erläuterungen und Beispiele zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz"

Flyer "Die ADS stellt sich vor"

Flyer "Anonymisierte Bewerbungsverfahren - Das Pilotprojekt"

Flyer "Die Antidiskriminierungsstelle geht in die Offensive"

Flyer "Grenzen setzen - Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?"

Flyer Themenjahr 2012 "Im besten Alter. Immer."

Wendebroschüre Themenjahr 2013 "Selbstbestimmt dabei. Immer."


Folgende Texte unserer Webseite bieten wir Ihnen als Gebärdensprachvideo an:

Herzlich willkommen!

Hilfe bei Diskriminierung

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz

Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Tipps für Unternehmen


Selbstbestimmt dabei. Immer. Informationen zum Themenjahr für behinderte und chronisch kranke Menschen

Informationen zu den Filmen

Einleitung

Was bedeutet Diskriminierung wegen einer Behinderung?

Inklusion - zögerliche Umsetzung

Was sagt das Gesetz?

Was kann ich tun?

Beratung bei Diskriminierung


Folgende Publikation bieten wir Ihnen als Gebärdensprachvideo an:

Grenzen setzen - Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?


Wir haben Beiträge in leichter Sprache zu den Themen:

Herzlich willkommen!

Die Anti-Diskriminierungs-Stelle des Bundes

Hilfe bei Diskriminierung

Kontakt

Das Allgemeine Gleichbehandlungs-Gesetz

Beirat der Anti-Diskriminierungs-Stelle des Bundes

Tipps für Arbeit-Geberinnen und Arbeit-Geber

Grenzen setzen - Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?

Broschüre zum Themenjahr 2013 "Selbstbestimmt dabei. Immer."