Antidiskriminierungsstelle des Bundes

.

Sexuelle Identität

Lesben, Schwule und Bisexuelle sind in unserer Gesellschaft sichtbarer geworden: Sie kommen häufiger in Filmen oder im Fernsehen vor, Moderatorinnen, Außenminister oder Fußballspielerinnen können heute offen mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen. Am 30. Juni 2017 hat der Deutsche Bundestag die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet und somit Lesben und Schwule rechtlich vollständig gleichgestellt. Zuvor konnten sie lediglich eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, die aber weniger Rechte gewährte als die Ehe. Dennoch erleben Lesben, Schwule und Bisexuelle Diskriminierung in der Schule, im Beruf und im Alltag.

Gleiches Recht für jede Liebe - Themenjahr für sexuelle Vielfalt

Banner zum Themenjahr

Die rechtliche Gleichstellung Homo- und Bisexueller ist mit der "Ehe für alle", die auch das volle Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare mit sich bringt, vollständig umgesetzt. Obwohl sich die Lebenssituation homo- und bisexueller Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt verbessert hat, werden Schwule, Lesben und Bisexuelle weiterhin diskriminiert- am Arbeitsplatz, in der Schule und, überdurchschnittlich häufig, in der Öffentlichkeit sowie im Freizeitbereich.

Die Antidiskriminierungsstelle macht deshalb im Themenjahr 2017 auf Diskriminierung wegen der sexuellen Identität aufmerksam. Unter dem Motto „Gleiches Recht für jede Liebe.“ wollen wir die Öffentlichkeit für die Diskriminierungserfahrungen von homo- und bisexuellen Menschen sensibilisieren und Betroffene über ihre Rechte aufklären. Mit verschiedenen Aktionen, Veranstaltungen und Forschungsvorhaben wollen wir die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung von LSBTI*-Personen vorantreiben.

Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Gleichstellung im Ehe- und Adoptionsrecht, das Thema Bildung und Arbeit sowie Diskriminierungserfahrungen homo- und bisexueller Menschen im Alltag. Laden Sie hier die Broschüre "Gleiches Recht für jede Liebe." herunter.

Rehabilitierung der Opfer des Paragrafen 175

Homosexuelle Handlungen von Männern waren – unter wechselnden Tatbestandsvoraussetzungen – bis 1994 strafbar. Im Jahr 2002 hob der Deutsche Bundestag die während der Zeit des Nationalsozialismus ergangenen Urteile gegen Homosexuelle auf. Damit wurden die bis 1945 Verurteilten rehabilitiert. Die Urteile gegen die Opfer der Strafverfolgung nach 1945 waren damit jedoch noch nicht aufgehoben.Die Aufhebung dieser Urteile geschah erst am 22. Juli 2017, als der Deutsche Bundestag das Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen beschloss. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes Ende Juli wurden Betroffene endlich vom Makel einer Verurteilung wegen einer Strafvorschrift befreit, die nach heutiger Auffassung die Menschenwürde verletzt. Sie können zudem Entschädigungsansprüche beim Bundesamt für Justiz geltend machen.Nähere Informationen zur Rehabilitierung, der Antragstellung und Entschädigung bietet die Webseite des Bundesamts für Justiz: www.bundesjustizamt.de/rehabilitierungDie Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. bietet ein Beratungstelefon für Betroffene des § 175 an. Die Hotline ist erreichbar unter: 0800 – 175 2017 (Mo. – Fr. von 9.00 bis 11.00 Uhr sowie Mi., Do. von 16.00 bis 18.00 Uhr)
http://schwuleundalter.de/2017/07/19/%C2%A7175-hotline-fuer-betroffene/

  • Aktuelles
  • Pressemitteilungen
  • Publikationen
  • Reden

Aktuelles

Pressemitteilungen

Publikationen

Reden