Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Der horizontale Ansatz

Der Begriff horizontaler Ansatz bezieht sich auf die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) genannten Diskriminierungsgründe. Er bedeutet, dass die verschiedenen Gründe gleichermaßen schutzwürdig sind. Damit wird verhindert, dass bestimmte Diskriminierungsgründe oder Betroffenengruppen als "wichtiger" oder "weniger wichtig" als andere angesehen werden. Grundlage des horizontalen Ansatzes sind die Menschenrechte.

Mit dieser Herangehensweise wird die Tatsache berücksichtigt, dass jeder Mensch mehrere Merkmale aufweist. Daher können sich Diskriminierungen überschneiden oder ganz spezifische Formen annehmen. In diesem Fall handelt es sich um sogenannte Mehrfachdiskriminierungen, etwa wenn jemand wegen der ethnischen Herkunft und der Religion oder des Alters und des Geschlechts benachteiligt wird.

Die Gemeinsamkeiten hervorzuheben bedeutet aber nicht, dass die spezifischen Diskriminierungserfahrungen der einzelnen Betroffenengruppen nicht mehr deutlich wahrgenommen werden. Der Ansatz muss daher als Ergänzung, nicht aber als als Ersatz zur notwendigen zielgruppenspezifischen Antidiskriminierungsarbeit gesehen werden.

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