Antidiskriminierungsstelle des Bundes

30.11.2015 Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 eingerichtet, nachdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten ist. Die ADS und ihre Aufgaben sind in diesem "Antidiskriminierungsgesetz" festgeschrieben und entsprechen den EU-Gleichbehandlungsrichtlinien.

Jeder Mensch kann sich an uns wenden und beraten lassen – ein Angebot, das bereits viele genutzt haben: Wir erhalten täglich E-Mails und Telefonanrufe von Bürgerinnen und Bürgern mit Informationsbedarf. Wenn Sie Diskriminierung erleben, scheuen Sie sich nicht, uns ebenfalls zu kontaktieren. Wesentliche Publikationen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes halten wir auch in Arabisch, Englisch, Französisch, Polnisch, Spanisch und Türkisch vor.

Das AGG ist noch jung und viele Fragen zu Diskriminierung in Deutschland sind kaum oder gar nicht wissenschaftlich untersucht oder durch die Rechtsprechung geklärt. Wir wissen zum Beispiel noch zu wenig darüber, wer in Deutschland von Diskriminierung betroffen ist und aufgrund welcher Merkmale Menschen am häufigsten benachteiligt werden. Deshalb arbeitet die Antidiskriminierungsstelle daran, mehr Erkenntnisse zum Thema zu gewinnen und Forschung voranzutreiben. Unter anderem hat sie dafür erstmals eine repräsentative Umfrage zu "Diskriminierung im Alltag" in Auftrag gegeben, aus der hervorgeht: Jeder dritte Einwohner in Deutschland hat sich bereits wegen eines der im AGG genannten Merkmale diskriminiert gefühlt.

Gleichzeitig ist das Gesetz noch nicht hinlänglich bekannt. Viele Menschen wissen nichts von ihrem Recht auf Diskriminierungsschutz oder wo sie Hilfe finden können, wenn sie betroffen sind. Deshalb arbeitet die ADS kontinuierlich daran, dass bekannt wird: Der Rechtsstaat nimmt unrechtmäßige Benachteiligung nicht länger hin, Diskriminierung ist in Deutschland ausdrücklich verboten. Zugleich fördern wir Netzwerke der vorhandenen Beratungsstellen.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes setzt dabei auf den "horizontalen Ansatz". Das heißt, jede Form der Diskriminierung wird als gleichwertig betrachtet – egal ob sie aufgrund der ethnischen Herkunft, Religion, Weltanschauung, sexuellen Identität oder wegen des Alters, einer Behinderung oder des Geschlechts eines Menschen erfolgt. Hinzu kommt, dass Menschen häufig nicht nur aufgrund eines dieser Merkmale benachteiligt werden, sondern wegen kombinierter Merkmale, wie etwa "jung und weiblich", "älter und behindert" oder "ausländisch und muslimisch". Der horizontale Ansatz der Antidiskriminierungsstelle sorgt daher auch für einen wirksameren Schutz vor dieser so genannten mehrdimensionalen Diskriminierung.

Mehr zu den Aufgaben der ADS finden Sie hier.