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Vielfalt statt Auslese - Lüders fordert mehr Anstrengung für Inklusion

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen zeigt sich ADS-Leiterin Christine Lüders enttäuscht von der Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Auch zwei Jahre nach Inkrafttreten der Konvention ist Deutschland von einer bundesweiten Umsetzung der Konvention noch weit entfernt. "Vor allem von der Kultusministerkonferenz hätte ich mir einen mutigeren Zeitplan für mehr Inklusion in den Schulen gewünscht", kritisierte Lüders am Donnerstag angesichts des Internationalen Welttages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) Bernd Althusmann hatte vor wenigen Tagen verlauten lassen, der volle Zugang von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung zu Regelschulen werde "noch Jahre dauern". Im föderalen Bildungssystem sind die Länder für die Umsetzung der Konvention zuständig. 

Lüders kritisierte zudem, dass die Empfehlungen der KMK zur Umsetzung der Konvention nicht rechtlich verbindlich sind. "Schülerinnen und Schülern mit Behinderung und deren Eltern droht damit ein Zwei-Klassen-System zwischen einigen Ländern, die eine schnelle Umsetzung forcieren und denen, die auf die Bremse treten". Dabei hätten "alle Kinder und Jugendlichen das Recht auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu inklusiver Bildung auf Regelschulen", so Lüders weiter. "Exklusiver Unterricht heißt Selektion – das ist weder zeitgemäß noch pädagogisch sinnvoll", sagte Lüders und verwies darauf, dass Vielfalt im Schulunterricht die individuelle Leistungsentwicklung fördere. Lüders: "Vielfalt macht neugierig. Vielfalt schafft Empathie und ist das beste Mittel zur Integration."