Antidiskriminierungsstelle des Bundes

12.09.2017 Fachtagung im Themenjahr „Gleiches Recht für jede Liebe“

Trotz erfreulicher rechtlicher Entwicklungen erleben Menschen nach wie vor Diskriminierungen anhand der sexuellen Identität. Vor welchen Herausforderungen stehen sie? Welche Unterstützung brauchen sie in Beruf, Familie und Community? Das waren Themen der Fachtagung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) am Dienstag in Berlin. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung einer Studie zu Diskriminierungserfahrungen.

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Frau Lüders zu sehen, die vor dem Publikum der Fachtagung spricht. Quelle: Andreas Schöttke Fachtagung im Themenjahr "Gleiches Recht für jede Liebe"

Die Studie „Diskriminierungserfahrungen in Deutschland anhand der sexuellen Identität“ ist eine Sonderauswertung der umfassenden Betroffenenbefragung „Diskriminierung in Deutschland“ im Auftrag der ADS. Mit Hilfe dieser Befragung sowie Gruppen- und Einzelinterviews wird analysiert, was für Diskriminierungen Menschen in welchen Bereichen als Lesben, Schwule, Bi- und Pansexuelle erleben. Erfragt wurden außerdem Strategien im Umgang mit Benachteiligungserfahrungen. Die Studie schließt mit Änderungsbedarfen, die von den Befragten festgestellt wurden – sowohl auf rechtlicher Ebene als auch im Bereich der Beratung und der Bildung.

Die Keynote der Fachtagung wurde von Helen Kennedy gehalten. Sie ist Exekutivdirektorin des Egale Canada Human Rights Trust und eine von zwei Generalsekretärinnen der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA). In Workshops sowie einer Podiumsdiskussion befassten die Teilnehmenden sich mit queerer Vielfalt, Coming out in Familie und Schule, Pflege und altersgerechtem Wohnen, Rassismuserfahrungen von LSBTTIQ*, lesbischer Sichtbarkeit, LSBTTIQ* mit Behinderungen, Diskriminierungserfahrungen von Trans* und transsexuellen Menschen in der Community sowie Diskriminierungserfahrungen von Inter* im Zusammenhang mit der sexuellen Identität.

Eine ausführliche Dokumentation wird in wenigen Wochen erscheinen.

Die Studie zu Diskriminierungserfahrungen anhand der sexuellen Identität finden Sie hier: