Antidiskriminierungsstelle des Bundes

13.03.2018 Einsatz für Gleichbehandlung der Geschlechter: Antidiskriminierungsstelle zertifiziert Arbeitgeber

Vor dem Equal Pay Day am 18. März hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes mehrere Unternehmen für ihr Engagement für Lohngerechtigkeit und Gleichbehandlung der Geschlechter gewürdigt.

Logo des eg-check und gb-check

„Die Unternehmen setzen ein klares Signal: Sie wollen Vorbilder für mehr Geschlechtergerechtigkeit sein“, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, in Berlin. „Das ist ein Gewinn für alle Beschäftigten: Denn alle profitieren von einer offenen und fairen Unternehmenskultur.“

Lüders zeichnete fünf Arbeitgeber dafür aus, sich einem Entgelt-Check mit dem anerkannten Lohnmessverfahren „eg-check.de“ unterzogen zu haben. Zertifiziert wurden das Albert-Schweitzer-Familienwerk Mecklenburg Vorpommern e.V., die Investitionsbank Schleswig-Holstein, die mwh HIRSCH Steuerberatungsgesellschaft mbH und die HST Hanse Treuhand Steuerberatungs GmbH sowie die Stadtwerke Neustrelitz GmbH.

Vier weitere Unternehmen unterzogen sich außerdem dem Gleichbehandlungs-Check (gb-check). Mit dem Prüfinstrument können Arbeitgeber und Interessenvertretungen potenzielle Diskriminierungen im Betrieb identifizieren, Ungleichbehandlungen vorbeugen und Maßnahmen entwickeln, um die Chancengleichheit voranzubringen. Es können sechs Bereiche geprüft werden: die Stellenausschreibung, der Bereich der Einstellung und des Aufstiegs, die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, die betriebliche Weiterbildung, die Beurteilung und die Arbeitszeit. Den „gb-check“ nutzten die ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG, die B. Braun Melsungen AG, der Bayerische Rundfunk und die Deutsche Rentenversicherung Bund.

Nach wie vor verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Zuletzt lag die Lohnlücke bei rund 21 Prozent: Damit liegt Deutschland auf dem drittletzten Platz in Europa.

Ungleiche Bezahlung aufgrund des Geschlechts ist eine unzulässige Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und verstößt auch gegen Europarecht (Art. 157 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)).

„Ungleichbehandlung und Diskriminierung gibt es aber nicht nur bei der Bezahlung“, betonte Lüders. „Täglich wenden sich an unsere Beratungsstelle insbesondere Frauen, weil sie im Arbeitsleben benachteiligt werden: Etwa weil sie eine Stelle nicht bekommen, weil sie im ‚gebärfähigen‘ Alter sind. Oder sie stoßen an die ‚gläserne Decke‘, weil ein männlicher Kollege bevorzugt befördert wird. Es gibt zahlreiche Beispiele – deswegen ist es so wichtig, an vielen Stellen im Betrieb anzusetzen, um Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen.“

Insgesamt 20 Unternehmen, Institutionen und Verwaltungen wurden seit dem Start des Projekts „Gleicher Lohn – Prüfung der Entgeltgleichheit mit eg-check.de“ von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zertifiziert. Durch den Entgeltvergleich sollen mögliche Diskriminierung und ihr finanzielles Ausmaß offengelegt werden. Außerdem wird überprüft, ob einzelne Vergütungselemente gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen. Die Befunde werden aufgrund der Sensibilität von Entgeltinformationen nicht veröffentlicht; sie werden jedoch von den Unternehmen in engem Austausch mit ihren jeweiligen Personalvertretungen ausgewertet.

Am gb-check haben sich seit dem Start des Projekts 2016 insgesamt 15 Unternehmen beteiligt. Auch 2018 fördert die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wieder Unternehmen und Verwaltungen bei der Prüfung mit eg-check.de oder gb-check. Interessierte können sich bis zum 18. Mai bewerben.

Weitere Informationen zum EG- und GB-Check