Antidiskriminierungsstelle des Bundes

12.11.2015 Umfrage: Diversity-Maßnahmen in Unternehmen noch ausbaufähig

Mit der Förderung von Vielfalt in Unternehmen sind die Beschäftigten noch nicht zufrieden, zeigt eine neue Umfrage des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Dies gilt insbesondere, wenn es um das Themenfeld der sexuellen und geschlechtlichen Identität geht.

Christine Lüders mit Jörg Litwinschuh Christine Lüders und Jörg Litwinschuh stellen die Studie vor Quelle: ADS Christine Lüders mit Jörg Litwinschuh

Die Befragung von 400 überwiegend schwulen und lesbischen Beschäftigten zeigt: Fast zwei Drittel der Befragten sind nicht mit dem Diversity Management in ihrem Unternehmen zufrieden. Dabei halten rund 80 Prozent das Thema für wichtig.

42 Prozent berichten, dass sie in irgendeiner Form Diskriminierung erfahren mussten. Besonders häufig wurden Mobbing und Belästigung genannt. Fast ein Viertel (23 Prozent) sagen, dass ihre sexuelle Identität negative Auswirkungen auf ihre Karrierechancen hat.

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, rief bei der Vorstellung der Studie die Wirtschaft auf, mehr in Diversity zu investieren: „Vielfalt zahlt sich aus – für die Beschäftigten, aber auch für den Unternehmenserfolg.“ Sie betonte, dass auch kleine Schritte viel bewirken können, etwa die Nutzung anonymisierter Bewerbungsverfahren oder ein klares Bekenntnis der Geschäftsführung zu Vielfalt im Betrieb.

Die Umfrage wurde am 13.11. bei der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in Berlin vorgestellt. Die Stiftung wurde 2011 ins Leben gerufen und konzentriert sich auf die Bereiche Bildung, Forschung, und Erinnerung.