Antidiskriminierungsstelle des Bundes

1. Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen (SVR) zu Segregation an deutschen Schulen

Datum 19.08.2013

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen (SVR) hat das Thema von Migrationshintergrund und Schule aufgegriffen und hier besonders die selten thematisierte Segregation untersucht.


Segregation bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund jeweils mehrheitlich in getrennten Klassen lernen. Dies beeinträchtigt der Studie zufolge im starken Maße die Bildungschancen der Kinder. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund an einer Schule allein hat aber keinen negativen Effekt auf die Leistung der einzelnen Schülerinnen und Schüler, sondern vor allem der "soziale" Hintergrund der gesamten Schülerschaft einer Schule und das durchschnittliche Leistungsniveau der Mitschülerinnen und Mitschüler beeinflussen den Schulerfolg.

Vor allem in Großstädten und in Hauptschulen sowie Gymnasien sind Schülerinnen und Schüer der Studie nach besonders segregiert. In Hauptschulen ist die Anzahl der Klassen, in denen hauptsächlich Kinder mit Migrationshintergrund lernen, besonders hoch. In den Gymnasien sind es wiederum Kinder ohne Migrationshintergrund, die unter sich sind. Vor allem räumliche Trennung und die Undurchlässigkeit des Schulsystems werden für Segregation verantwortlich gemacht. Da eine "Desegregation" aus Sicht der Studie schwierig ist, gibt es Handlungsempfehlungen, wie die negativen Folgen der Segregation verringert werden sollen. Diese Empfehlungen zielen vor allem auf eine interkulturelle Öffnung der Schulen und eine bessere Qualifizierung des Personals.

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