Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Expertise „Sexuelle Belästigung im Hochschulkontext – Schutzlücken und Empfehlungen“

Datum 18.09.2015

Studierende sind nicht ausreichend vor sexueller Belästigung geschützt. Zu diesem Schluss kommt eine Rechtsexpertise im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle.

Einer EU-weiten Studie zufolge ist bereits mehr als jede zweite Studentin in Deutschland (54,7 Prozent) während der Zeit des Studiums sexuell belästigt worden. Ein Drittel der Übergriffe kam aus dem Umfeld der Hochschule. Ziel der Expertise von Prof. Dr. Eva Kocher und Stefanie Porsche ist es, aufzuklären und Handlungsempfehlungen für den Hochschulkontext zu geben, um den Schutz von Studierenden vor sexueller Belästigung zu verbessern.

Hierzu untersuchen die Autorinnen die Rechtsgrundlagen auf Bundes- und Landesebene sowie das autonome Recht der Hochschulen, um rechtliche Schutzlücken für Studierende bei sexualisierter Diskriminierung und Gewalt aufzuzeigen. Weiterhin illustrieren sie die Praxis an deutschen Hochschulen mit Best-Practice-Beispielen.

Die Autorinnen empfehlen den Hochschulen mehrere Maßnahmen zur Prävention und Sanktion, insbesondere die Einrichtung von Beschwerdemechanismen für Betroffene, um sexualisierter Diskriminierung entgegenzuwirken. Darüber hinaus sollte die allumfassende Anwendbarkeit des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes im Bereich der Hochschulbildung vom Gesetzgeber klargestellt werden.

Die Expertise können Sie hier herunterladen.