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Lüders zum Welt-Aids-Tag: Chronisch Kranke brauchen
mehr Schutz vor Diskriminierungen

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, fordert bessere gesetzliche Regelungen
für Menschen mit HIV-Infektion.

Ausgabejahr
2011
Datum
30.11.2011

In Deutschland leben etwa 70 000 Menschen, die mit HIV infiziert sind. Rund zwei Drittel von ihnen gehen einem Beruf nach. Umso bedauerlicher ist es, dass HIV-Positive nach wie vor stigmatisiert werden. Wie eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema „Schwule Männer und Aids“ zeigt, wurde jeder fünfteHIV-positive schwule Mann in allen Lebensbereichen schon mehrfach diskriminiert. „Ob bei der Arbeit, im Bewerbungsverfahren oder beim Versicherungsberater: HIV-Infizierte machen Diskriminierungserfahrungen und wenden sich hilfesuchend an uns“, sagt Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. Doch anders als in vielen anderen Ländern Europas und entgegen einer ausdrücklichen Empfehlung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind chronische Krankheiten wie eine symptomlose HIV-Infektion in Deutschland nicht ausdrücklich Bestandteil des gesetzlichen Diskriminierungsschutzes.

„Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) muss hier weitergehen. Für HIV-Infizierte muss der gleiche Diskriminierungsschutz wie für Menschen mit Behinderungen gelten. Eine gesetzliche Klarstellung wäre ein wichtiges Signal für viele Menschen, die davon betroffen sind.“

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Weitere Informationen unter www.antidiskriminierungsstelle.de.