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Lüders zum Internationalen Tag der Migranten:
Deutschland braucht Einwanderung aus Überzeugung

Leiterin der Antidiskriminierungsstelle warnt vor zunehmender Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft

Ausgabejahr
2011
Datum
16.12.2011

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Christine Lüders, hat anlässlich des Internationalen Tages der Migranten am 18. Dezember vor zunehmender Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft gewarnt. „Mehr als 80 Prozent aller türkischstämmigen Eingewanderten berichten laut einer repräsentativen Umfrage (Mehrthemenbefragung türkeistämmiger Zuwanderer in Nordrhein-Westfalen) von Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen– für ein Land wie Deutschland, das auf Zuwanderer dringend angewiesen ist, ist das eine katastrophale Zahl“, sagte Lüders am Freitag in Berlin. Häufige Ausgrenzungserfahrung sei demotivierend und nehme vielen Menschen die Lust, sich in unserer Gesellschaft einzubringen, fügte Lüders hinzu.

„Das ist nicht nur traurig, sondern auch teuer. Mangelnde Integration in die Arbeitswelt und Gesellschaft kostet Deutschland jedes Jahr viel Geld. Wenn heute gut ausgebildete Kinder von Einwanderfamilien in das Land ihrer Großeltern zurückgehen, weil sie dort bessere Jobchancen haben, dann ist das ein Alarmsignal“, sagte Lüders. Deutschlands Ruf als Einwanderungsland habe in den vergangenen Jahren nach zahlreichen Gewalttaten gegenüber Einwanderern und Debatten über eine angebliche „Überfremdung“ ohnehin deutlich gelitten.

„Für Politik und Wirtschaft ist es in eigenem Interesse, wenn sie um jeden einzelnen Zuwanderer werben. Die Botschaft der Zukunft muss daher heißen: Deutschland ist Einwanderungsland aus Überzeugung. Migranten sind eine Bereicherung für unser Land. Wir brauchen nicht nur Vielfalt, wir wollen sie.“

Die Vereinten Nationen hatten im Jahr 2000 den 18. Dezember zum Internationalen Tag der Migranten erklärt. In Deutschland leben nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes mehr als 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – das ist nahezu jeder Fünfte.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurde mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Weitere Informationen unter www.antidiskriminierungsstelle.de.