Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Fair mieten – fair wohnen: Neue Broschüre bietet Unterstützung bei rassistischer Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Ausgabejahr 2015
Datum 16.07.2015

Die Suche nach bezahlbarem und angemessenem Wohnraum kann sich für Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland schwierig gestalten: Absagen aufgrund eines "nicht-deutschen" Namens oder Aussehens sind keine Seltenheit, wie unter anderem Beratungsanfragen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigen. Ein Leitfaden für Mieterinnen, Mieter und Beratungsstellen klärt über die rechtliche Lage auf und gibt praktische Tipps, um gegen solche Diskriminierungen vorzugehen.

"Der Wohnungsmarkt muss allen Menschen gleichermaßen offen stehen, auch und gerade in Zeiten hoher Nachfrage", sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders. "Niemand kann wollen, dass Menschen pauschal in schlechtere Wohnviertel und überteuerte Wohnungen gezwungen werden, nur weil sie türkische, arabische oder russische Nachnamen haben, ein Kopftuch tragen oder aus Sicht des Vermieters die falsche Hautfarbe haben."

Die Broschüre klärt über die rechtlichen Grundlagen auf und beschreibt anhand von Fallbeispielen aus Beratungsstellen, wo Diskriminierung auftritt und was dagegen getan werden kann. Neben Benachteiligung bei der Wohnungssuche geht es dabei auch um diskriminierende Erfahrungen im Mietverhältnis, zum Beispiel durch die Nachbarschaft oder durch unzulässige Mieterhöhungen. Einen zentralen Teil des Leitfadens bilden Handlungsmöglichkeiten für Betroffene wie Beratungsstellen. Sogenannten Testing-Verfahren zum Aufdecken von Diskriminierung wird ein eigenes Kapitel gewidmet.

Parallel zu dem Leitfaden hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Expertise "Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt – Strategien zum Nachweis rassistischer Benachteiligungen" veröffentlicht. Sie befasst sich mit der Frage, wo Diskriminierungsrisiken bestehen und welche Methoden sich für einen wissenschaftlichen Nachweis von Diskriminierung eignen.

Im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle wurden hierfür in verschiedenen deutschen Städten Telefon-Testings sowie "Face-to- Face"-Testings durchgeführt. In diesen zeigte sich, dass auch "beste" Voraussetzungen wie ein gutes Gehalt und ein akademischer Hintergrund rassistische Diskriminierungen nicht verhindern. Zudem weisen die Ergebnisse darauf hin, dass das Risiko einer Benachteiligung im zweiten Schritt – bei der Wohnungsbesichtigung – am höchsten ist.

Die Broschüre "Fair mieten – fair wohnen. Leitfaden für Mieterinnen und Mieter und Beratungsstellen" sowie die Expertise "Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt" können Sie hier herunterladen. Die Broschüre können Sie außerdem als Druckexemplar kostenfrei bestellen.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.