Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland: Gemeinsam gegen Diskriminierung und Antisemitismus

Ausgabejahr 2016
Datum 14.04.2016

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) wollen bei der Antidiskriminierungs- und Antisemitismusprävention enger zusammenarbeiten. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, und der Direktor des Wohlfahrtsverbands, Benjamin Bloch, unterzeichneten dazu am Donnerstag in Berlin eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

„Die Bekämpfung des Antisemitismus ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe“, sagte Lüders. „Wie unverblümt antisemitische Einstellungen auch heute noch geäußert werden, ist unerträglich. Dem müssen wir alle uns entschieden entgegenstellen.“ Lüders ergänzte: „Wichtig ist es dabei auch, dafür zu sorgen, dass Menschen, die Diskriminierung bei der Arbeit und im Alltag erleben, ihre Rechte kennen und sich effektiv zur Wehr setzen können. Darum bin ich sehr froh, dass wir uns gemeinsam der Stärkung von Betroffenen widmen.“

Konkret wird die Antidiskriminierungsstelle des Bundes künftig das neue Kompetenzzentrum der ZWST bei der Ausbildung spezieller Antidiskriminierungsberaterinnen und –berater unterstützen. Im Vordergrund steht dabei die Stärkung und Qualifizierung von Expertinnen und Experten im Bereich der Diskriminierungs- und Opferberatung.

Benjamin Bloch betonte für die Zentralwohlfahrtsstelle: „Die ZWST arbeitet seit Jahren im Themenfeld der Diskriminierungs- und Antisemitismusprävention, führt Schulungsmaßnahmen durch und veranstaltet großangelegte Fachtagungen, wie zum Beispiel das Modellprojekt ˛Perspektivwechsel Plus’. Als bundeszentraler Träger im Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kann die ZWST diese Expertise nun auch nach innen richten und sich für das Empowerment der jüdischen Community noch stärker einsetzen. Ein Beispiel hierfür ist die neue Ausbildung in Beratungskompetenz.“

„Diese Ausbildung ist in vielerlei Hinsicht modellhaft“, ergänzte Marina Chernivsky, die Leiterin des Kompetenzzentrums (ZWST). „Sie richtet sich an Fachkräfte, die haupt- oder ehrenamtlich in jüdischen Einrichtungen tätig sind und sich für dieses Thema stark machen wollen. Langfristig zielt die Reihe darauf ab, ein tragfähiges Beratungsnetzwerk zu etablieren, welches die jüdischen Institutionen – insbesondere im Bereich der Bildung, Erziehung und Sozialarbeit – in ihrer Arbeit zu Diskriminierung und Antisemitismus beraten und unterstützen kann.“

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle und der Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle bekräftigten bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung ihre Absicht, zukünftig auch weitere Projekte gegen Diskriminierung und Antisemitismus gemeinsam zu konzipieren.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. www.antidiskriminierungsstelle.de.

Die ZWST bildet den Zusammenschluss der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland. Als Dachorganisation vertritt die ZWST die jüdischen Gemeinden und Landesverbände auf dem Gebiet der jüdischen Sozialarbeit. www.zwst.org. Das Kompetenzzentrum der ZWST ist eine neue Fachstelle für Bildung, Beratung und Vernetzung. www.zwst-kompetenzzentrum.de