Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Für mehr Gleichberechtigung im Arbeitsleben: Zwölf Unternehmen beteiligen sich an "Gleichbehandlungs-Check" der Antidiskriminierungsstelle

Ausgabejahr 2016
Datum 22.08.2016

Zwölf große Unternehmen und Institutionen wollen mit Hilfe eines Projekts der Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Gleichbehandlung der Geschlechter im Arbeitsleben voranbringen. Sie nehmen an der Pilotphase des „Gleichbehandlungs-Checks“ (gb-check) teil, mit dem Betriebe ihr Personalwesen systematisch auf potenzielle Diskriminierungen überprüfen können.

Zu den Teilnehmenden der Ende Januar 2017 andauernden Pilotphase zählen die AXA Konzern AG, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Welle, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, die IG BAU, der Internationale Bund, die Lidl Stiftung & Co. KG,  die Otto Group, die Universitätsmedizin Mainz, die UVEX Winter Holding sowie die Weleda AG.

„Ich freue mich, dass so viele erfolgreiche Unternehmen und Institutionen schon in dieser ersten Runde dabei sind“, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders. „Die Nachfrage hat die Anzahl der Plätze deutlich überstiegen. Das zeigt uns: Betriebe wollen Flagge gegen Ungleichbehandlung zeigen. Denn damit können sie Veränderungen anstoßen, die für alle Beschäftigten von Vorteil sind. Von einer offenen und fairen Unternehmenskultur profitieren Frauen und Männer – und letztlich das Unternehmen selbst.“
gb-check ist ein neues Analyseinstrumentarium, das Benachteiligungen im Arbeitsleben sichtbar machen kann: Es nutzt dafür statistische Vergleiche, Verfahrensanalysen von Regelungen und Abläufen im Betrieb sowie anonymisierte Paarvergleiche männlicher und weiblicher Beschäftigter. Geprüft werden können sechs Bereiche: die Stellenausschreibung, der Bereich der Einstellung und des Aufstieges, die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, die betriebliche Weiterbildung, die Leistungsbeurteilung und die Arbeitszeit.

„Die Unternehmen können zum Beispiel untersuchen, inwiefern bei ihnen Teilzeit auch in Führungspositionen möglich ist. Ob Frauen und Männer gleichermaßen Zugang zu Weiterbildungen haben. Oder ob es eine systematische Wiedereinstiegsberatung nach einer Familienzeit gibt“, sagte Lüders. „Betriebe erhalten damit ein klares Ergebnis, wie intensiv sie sich um Gleichbehandlung kümmern und wo sie sich verbessern können.“

Gefördert durch die Generaldirektion Justiz und Verbraucher der EU-Kommission, wird das Projekt von der Antidiskriminierungsstelle gemeinsam mit dem Harriet Taylor-Mill-Institut der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin entwickelt. Jedes teilnehmende Unternehmen entscheidet zunächst, welche drei bis vier von insgesamt 16 Werkzeugen es in der Umsetzung testen und wieviel Zeit es investieren möchte. Die Daten werden anonym und vertraulich ausgewertet. Die Beteiligten werden abschließend mit einem Zertifikat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ausgezeichnet. Auf der Seite www.gb-check.de wird ab Frühjahr 2017 der gesamte gb-check mit den Analysewerkzeugen allen interessierten Unternehmen und Institutionen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. www.antidiskriminierungsstelle.de.