Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Antidiskriminierungsstelle stellt Leitfaden zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz vor

Ausgabejahr 2016
Datum 03.03.2016

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes veröffentlicht zum Weltfrauentag am 8. März den Leitfaden „Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?“, der sich an Beschäftigte, Arbeitgeber und Betriebsräte richtet. Es handelt sich um die bisher umfassendste praxisnahe Handreichung zu diesem Problemfeld.

„Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz darf kein Tabuthema sein. Ihr muss offensiv entgegengetreten werden“, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, am Donnerstag in Berlin. „Alle Beschäftigten haben das Recht auf ein sicheres Arbeitsumfeld“, betonte Lüders. „Vielen Arbeitgebern fehlen praxisnahe Informationen darüber, wie sie auf sexuelle Belästigungen reagieren sollen. Und viele Betroffene machen die Erfahrung, dass sexuelle Belästigung nicht ernst genug genommen wird. Obwohl es in den Betrieben laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eindeutige Regeln und Präventionsmaßnahmen geben muss, wissen viele nicht, an wen sie sich wenden könnten, wenn sie sexuelle Belästigung erleben“, so Lüders weiter. Das habe auch eine repräsentative Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes im vergangenen Jahr ergeben. Demnach weiß nur ein Fünftel der Befragten dass ihr Arbeitgeber verpflichtet ist, sie aktiv vor Belästigung zu schützen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) definiert sexuelle Belästigung als eine Form verbotener Diskriminierung. Es sieht für Beschäftigte unter anderem ein innerbetriebliches Beschwerderecht sowie in bestimmten Fällen Schadensersatz- und Entschädigungsansprüche vor.

Der neue Leitfaden der Antidiskriminierungsstelle liefert Zahlen und Fakten zu sexueller Belästigung, klärt über Folgen für Beschäftigte und Unternehmen auf und informiert über die Rechte und Pflichten sowie die möglichen Handlungsstrategien von Betroffenen, Vorgesetzten und Betriebsräten. Für Präventionsmaßnahmen, den Ablauf von Personalgesprächen und mögliche Sanktionen macht der Leitfaden konkrete Vorschläge.

„In Deutschland gibt es zahlreiche Betriebe jeder Größe, die das Thema sexuelle Belästigung sehr ernst nehmen und die in vorbildlicher Weise ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten gerecht werden.“, sagte Christine Lüders. „Daher bin ich besonders froh, dass wir in diesem Leitfaden mit Good-Practice-Beispielen aus den Unternehmen zeigen, wie es gehen kann.“

Der Leitfaden kann hier abgerufen werden.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurde mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.