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Förderprojekte: Maßnahmen gegen Diskriminierung beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen

Öffentliche Verkehrsmittel, der Wohnungsmarkt, der Zugang zum Fitnessstudio - in verschiedensten Bereichen rund um den Zugang zu Gütern und Dienstleistungen kommt es zu Diskriminierungen.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen beim Zugang zu und der Inanspruchnahme von Gütern und Dienstleistungen. Mehr als ein Viertel der bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes eingehenden Beratungsersuchen beziehen sich auf solche Diskriminierungen. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes fördert im Zeitraum 2021-2022 konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Benachteiligungen in diesem Bereich sowie Projekte, die zu Diskriminierungsrisiken informieren, sensibilisieren, beraten und innovative Lösungsansätze testen. Das Gesamtbudget für die Projekte beträgt 372.000 Euro.

Wer wird gefördert?

geförderte Projekte

  • Ziel des Projekts ist es, Mitarbeiter*innen von Antidiskriminierungsberatungsstellen in die Lage zu versetzen, das Diskriminierungspotential im Bereich Güter und Dienstleistungen, welches durch algorithmische Systeme entsteht, besser zu verstehen und konkrete Fälle derartiger Diskriminierung zu erkennen und zu bekämpfen.

    Zunächst ist geplant, hierfür eine Übersicht von Fallbeispielen zu Diskriminierung durch algorithmische Systeme im Bereich Güter und Dienstleistungen in Deutschland zu erarbeiten (bisher gibt es nur Daten aus Großbritannien und den USA). Hieraus sollen Handlungsanleitungen entwickelt werden, wie Diskriminierungen in diesem Bereich besser erkannt werden können. Diese münden in einer Handreichung, die sowohl Informationen für Mitarbeiter*innen von Beratungsstellen, als auch für potentiell Betroffene enthält. Abgerundet wird das Projekt durch die Entwicklung eines Train-the-Trainer-Konzepts, mit dessen Hilfe Mitarbeiter*innen von Antidiskriminierungsberatungsstellen für das Thema sensibilisiert werden sollen.

    Das Konzept wird zunächst in drei bis vier Beratungsstellen erprobt und evaluiert, um im Anschluss ein Modellkonzept vorliegen zu haben, das bundesweit und international übertragbar ist.

    Projektlaufzeit: 01.02.2021-31.07.2022

    Projektbeschreibung in deutscher Sprache
    Projektbeschreibung in englischer Sprache

  • Das Projekt befasst sich mit Benachteiligung bzw.Verhinderung von Benachteiligung bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln in Sachsen. Geplant sind unter anderem eine Plakatkampagne in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in der auf die Thematik aufmerksam gemacht werden soll, sowie diverse ergänzende Handreichungen und Materialien.

    Das Projekt soll in Kooperation mit einem großen Verkehrsverbund stattfinden (Chemnitz, Dresden, Leipzig). Neben der Schulung der Mitarbeiter*innen zu Ausmaß, Formen, Ursachen und Folgen von Diskriminierung steht die Entwicklung einer Diversitystrategie für die Belegschaft und die Etablierung eines Beschwerdemanagements im Unternehmen im Vordergrund. Entsprechende Kontakte zu den Unternehmen sind bereits vorhanden. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Öffentlichkeitsarbeits- und Schulungskonzeptes, das sich auch auf andere Verkehrsbetriebe in ganz Deutschland übertragen lässt.

    Projektlaufzeit: 01.01.2021-31.12.2022

  • Hauptziel des Projekts ist die Bekämpfung von Diskriminierung bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen und Gütern des Veranstaltungssektors. Es liefert Handlungsempfehlungen für Awareness-Konzepte, branchenübergreifende Netzwerkstrukturen und repräsentative Studienergebnisse auf größeren und großen Veranstaltungen, die sich auf Mitarbeitende von Veranstaltungen und Gäste, sowie nach Möglichkeit auch auf die Zusammenarbeit mit Behörden beziehen.

    Schwerpunkte sind sexualisierte Gewalt auf Veranstaltungen und (rassistische) Hürden beim Zugang zu Veranstaltungen. Auf Großveranstaltungen sollen umfangreiche Interviews geführt werden, um einen Leitfaden für Veranstaltungsorganisator*innen zu entwickeln und deren Sensibilität für die Thematik zu erhöhen. Es ist ein umfangreiches Netzwerk an Kulturschaffenden vorhanden. Für digitale Veranstaltungen werden Informationsmaterialien konzipiert.

    Laufzeit: 01.01.2021-31.12.2022

  • Ziel des Projektes ist die Diskriminierungsprävention in Unternehmen und Organisationen, die Güter und Dienstleitungen anbieten. Mitarbeiter*innen, Führungskräfte und Auszubildende sollen für Diskriminierungen und diskriminierende Strukturen in ihren Unternehmen sensibilisiert werden. Durch gezielte Beratungs- und Fortbildungsangebote sollen Benachteiligungen aufgedeckt und diskriminierendes Verhalten der Mitarbeiter*innen untereinander, aber auch gegenüber Kund*innen entgegengewirkt werden.

    Projektlaufzeit: 01.02.2021-31.12.2021