Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Kündigung eines Dispo-Kredits wegen des Alters

Datum 16.07.2010

Ein über 80-jähriger Rentner wandte sich an die ADS, weil ihm von seiner Bank, bei der er langjähriger Kunde ist, der Dispo-Kredit gekündigt wurde. Der Vorstand der Bank begründete die Kündigung mit der Vollendung des 80. Lebensjahres.

Für zivilrechtliche Schuldverhältnisse gilt das Verbot der Altersdiskriminierung im AGG lediglich für Massengeschäfte, also Geschäfte, die typischerweise ohne Ansehen der Person in einer Vielzahl von Fällen zu vergleichbaren Bedingungen zu Stande kommen. Nach der Gesetzesbegründung handelt es sich bei Kreditgeschäften in der Regel nicht um solche Massengeschäfte, da sie meist auf einer individuellen Risikoprüfung beruhen. Etwas anderes kann deshalb bei Klein- oder auch Überziehungskrediten gelten, bei denen es sich um typisierte und standardisierte Dienstleistungen des Bankgewerbes handelt, die gerade nicht auf die Person des einzelnen Kunden zugeschnitten sind.

Wir haben dem Betroffenen daher angeboten, uns um eine gütliche Einigung mit seiner Bank zu bemühen. Über das Angebot hat er sich sehr gefreut. Er berichtete uns aber gleichzeitig, dass er eine Weitergewährung seines Dispo-Kredits bereits erreichen konnte. Er hatte der Bank nur in Aussicht gestellt, die ADS "einzuschalten", woraufhin ihm mitgeteilt wurde, dass die Altersbeschränkungen aufgehoben worden sind und er wieder über einen Dispo-Kredit verfügen darf. Bereits die Erwähnung der ADS hat laut dem Petenten also zu einem positiven Ergebnis geführt.