Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Begegnung mit Juan Allende-Blin in der Akademie der Künste

Datum 28.08.2017

Musikalischer Abend mit Juan Allende-Blin: Gemeinsam mit der Akademie der Künste und im Rahmen des Themenjahrs "Gleiches Recht für jede Liebe" lud die Antidiskriminierungsstelle zur Uraufführung von Allende-Blins Kantate "Tortur" nach einem Gedicht von Jakob van Hoddis ein.

Juan Allende-Blin

Der Dichter wurde von seiner eigenen Familie in eine psychiatrische Anstalt eingesperrt und später von den Nationalsozialisten ermordet. Die Kantate ist sowohl eine Hommage an Jakob van Hoddis als auch an Gerd Zacher, den bereits verstorbenen Lebensgefährten von Allende-Blin. Von 1948 bis 1949 wurde Zacher von seinen Eltern wegen seiner Homosexualität ebenfalls in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, was ihn für sein gesamtes Leben prägte. Noch bis 1994 wurden schwule Männer unter dem § 175 des deutschen Strafgesetzbuches kriminalisiert, verurteilt und gesellschaftlich geächtet.

Während des Vortrags Musikalischer Abend mit Juan Allende-Blin Quelle:  ©Mike Auerbach

Juan Allende-Blin im Gespräch Musikalischer Abend mit Juan Allende-Blin Quelle:  ©Mike Auerbach

Im Rahmen des Konzerts wurden außerdem Werke von Gerd Zacher und Pavel Haas aufgeführt. In einem Gespräch mit dem Leiter des Musikarchivs der Akademie der Künste, Dr. Werner Grünzweig, erzählte Juan Allende-Blin über seinen eigenen Zugang zur Musik sowie den kreativen Austausch mit seinem Lebenspartner Gerd Zacher.

Der Deutschlandfunk Kultur hat die gesamte Veranstaltung aufgezeichnet und am 5. Juli 2017 ausgestrahlt. Hier finden Sie die ganze Sendung zum Nachhören.