Ataman zieht positive Bilanz zu erstem Bundesprogramm Antidiskriminierung 30.01.2026
Förderprogramm „respekt*land“ endet am 31.1.2026
- Förderprogramm „respekt*land“ endet am 31.1.2026
- Bundesweit 36 Projekte in allen Ländern gefördert
- Antidiskriminierungsbeauftragte: „Menschen brauchen Hilfe vor Ort -auch in Zukunft“
Vor Ort, nah bei den Menschen, fachlich qualifiziert: Zum ersten Mal gab es in Deutschland in allen Bundesländern Beratungsstellen bei Diskriminierung. Zum Ende des Bundesprogramms „respekt*land - Antidiskriminierungsberatung für ganz Deutschland“ zieht die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, eine positive Bilanz. „Das Programm respekt*land war ein voller Erfolg, weil wir damit Menschen in ganz Deutschland die Möglichkeit gegeben haben, sich Hilfe gegen Benachteiligungen zu holen. In manchen ländlichen Regionen fanden Menschen erstmals eine professionelle Anlaufstelle
“, sagte Ataman am Freitag in Berlin. Die respekt*land-Beratungsstellen berieten Menschen, die wegen einer Behinderung, aus rassistischen oder antisemitischen Gründen, wegen des Geschlechts, wegen der sexuellen Orientierung, wegen der Religion und Weltanschauung oder wegen des Alters Diskriminierung erlebt hatten. „Gerade in diesen Zeiten, in denen Diskriminierung und Hassrede stark zunehmen, war das wichtig
“, ergänzte Ataman. „Es ist sehr bedauerlich, dass der Haushaltsgesetzgeber nun keine Mittel mehr zur Verfügung gestellt hat wie noch in den Jahren zuvor. Einige Länder und Projekte hatten dadurch nicht die Zeit, ihre Weiterarbeit zu sichern.
“
Das Förderprogramm „respekt*land - Antidiskriminierungsberatung für ganz Deutschland“ war im Jahr 2023 gestartet und endet am 31. Januar 2026. Ziel war der Auf- und Ausbau flächendeckender Beratung in allen 16 Bundesländern. Insgesamt hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Projektzeitraum 36 Initiativen gefördert – darunter neue Beratungsstellen und bundesweite Fachstellen, die für die Qualifizierung und Qualitätssicherung von Antidiskriminierungsberatung verantwortlich sind. Gerade in ländlichen Regionen waren Menschen oft über hunderte von Kilometern auf sich allein gestellt. In einigen Bundesländern konnte mit respekt*land erstmals überhaupt Antidiskriminierungsberatung angeboten werden. Zu Beginn der Projektphase kamen auf eine Million Einwohnende in Deutschland eine Person, die in Vollzeit beraten konnte. Mithilfe von respekt*land ist die Zahl der Beratenden um 40 Prozent gestiegen.
„Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Wir konnten der Antidiskriminierungsberatung in der Fläche einen entscheidenden Schub geben
“, sagte Ataman und dankte den Ländern, die auch in Zukunft Angebote ermöglichen werden. Viele Länder werden auch weiterhin Beratungsstellen finanzieren, einzelne wie Mecklenburg-Vorpommern wollen sogar neue Beratungsangebote schaffen. „Leider gibt es auch Länder wie den Freistaat Bayern, in denen es anfangs keinerlei Beratung bei Diskriminierung gab und wo die neuen Beratungsstellen wieder schließen müssen. Das ist sehr schade – und es ist auch europarechtlich bedenklich. Die Länder sind nach geltendem EU-Recht verpflichtet, dort gegen Diskriminierungen vorzugehen, wo der Bund keine Kompetenzen hat – beispielsweise im Schulbereich oder bei Diskriminierungen durch Ämter und Behörden. In Österreich gibt es deshalb in jedem Bundesland eigene Beratungsstellen gegen Diskriminierung
“, erläuterte Ataman.